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Ein Wort zu Creative Teams

Für viele Scrapper ist es ein Traum, zu einem oder mehreren Creative Teams zu gehören. Was ein Creative Team ist, habe ich hier schon einmal erklärt.

Wenn ich manche Scrapper sehe, deren Forumssignatur anzeigt, daß sie in fünf oder noch mehr Teams sind, schwirrt mir echt der Kopf. Wie kann man nur in so vielen Teams sein? Scrappt man da nicht nur noch, um seinen Teamverpflichtungen nachzukommen?

Produkte

Ich bin momentan in einem Creative Team (das andere habe ich kürzlich aufgegeben) und finde das ausreichend. Ich habe das Glück (oder Pech, je nachdem, wie man die Sache sieht) daß meine Designer nicht zu denen gehören, die Produkte wie vom Fließband fabrizieren, und kann deshalb viele Layouts machen, ohne an bestimmte Produkte gebunden zu sein.Der Gedanke, daß ich vielleicht mit Produkten scrappen müßte, die mir auch einmal nicht 100%ig gefallen und/oder ständig mit vorgegebenen Produkten, hält mich letztendlich davon ab, mich für mehr Teams zu bewerben – womit ich natürlich nicht sagen will, daß ich überhaupt genommen würde. Ein Team kommt für mich wirklich nur in Frage, wenn ich die Produkte ohnehin verwenden möchte, und wenn tatsächlich die Produktionsrate nicht allzu hoch ist.

Anforderungen

Vor einiger Zeit habe ich einen CT Call gesehen, bei dem mir ganz anders wurde. Ja, die Designer betreiben ein Geschäft, viele nebenbei, andere hauptberuflich, aber daß man, um scrappen zu können, einen Vertrag unterschreiben, meinen Skype Account oder (und das finde ich wirklich allerhand) meine Handynummer für WhatsApp angeben MUß, ist wirklich zu viel. Viele Designer verlangen, daß man sehr kurzfristig Layouts mit neuen Produkten macht, was ich verstehen kann, aber daß ich mein Leben auffächern soll, nur um kostenlos an Digiscrapping Produkte zu kommen, ist übertrieben.

Wenn man sich für ein CT bewirbt, muß man auch bedenken, daß man unter Umständen mit Produkten arbeiten soll, die einem überhaupt nicht liegen oder gefallen. Mit Babyprodukten könnte ich jetzt weniger anfangen, ebenso mit Prinzessinnen Kits oder z.B. Baseball Kits. Man sollte sich darüber klar sein, daß man sich in solchen Fällen einiges einfallen lassen muß, um die Produkte anständig zu promoten.

Sollte dann auch noch verlangt werden, daß man mindestens zwei Layouts mit einem Produkt anfertigt, was ich selber als Zumutung empfinde, wird es ganz schwer. Ich verwende ein Kit selten als Ganzes öfter als einmal, und bei einem Kit, das mir noch nicht mal entspricht, ist das ein Ding der Unmöglichkeit.

Gepostet werden muß oft in einer Mindestanzahl von Galerien usw. Wer also üblicherweise seine Layouts nur auf dem eigenen Blog postet oder in seiner Stammgalerie, muß etwas mehr Zeit einplanen. Häufig werden die Designergalerie und zwei Weitere verlangt, außerdem, sofern möglich, Blog und Social Media. Aktive Teilnahme im CT Forum, und - nicht zu vergessen - ordentliche Credits mit Links zu den Produkten nehmen auch Zeit in Anspruch. Hier können Tools wie Anna Forrests Credit Tracker Script helfen.

Häufig wird auch verlangt, daß man Challenges hostet, Tutorials für den Blog des Designers schreibt, oder ähnliches. Alles ist sehr zeitintensiv und verlangt eine Menge Engagement.

Gegenleistungen

Die üblichen Gegenleistungen sind kostenlose Produkte. Sprich, dafür daß man Stunden seiner Zeit opfert – dabei natürlich aber etwas tut, was man sowieso getan hätte –, bekommt man im Gegenzug ein Produkt, das man sich für den Gegenwert von zwei Tassen Kaffee hätte kaufen können. Creative Team Work ist also ein Liebesdienst, denn die Bezahlung rentiert sich nicht. Andererseits erhöht es das Ansehen in der Digiscrapping Community in CTs zu sein. Je höher das Ansehen des Designers, desto größer das Prestige des Scrappers (falls man auf solche Äußerlichkeiten Wert legt).

Merkwürdigerweise gibt es auch Calls, die ÜBERHAUPT keine Gegenleistungen angeben. Ich gehe schon davon aus, daß es natürlich Produkte kostenlos gibt, aber explizit erwähnt wird das manchmal nicht. Hat man nur Zugang zu neuen Produkten oder zu allen Produkten des Designers? Oder geht man davon aus, daß es dem Scrapper egal ist, sofern er nur überhaupt kostenlose Produkte bekommt.

Man muß sich gut überlegen, ob man in ein CT möchte, wenn man “nur” neue Produkte bekommt. Vor allem, wenn der eigene bisherige Vorrat an Produkten des Designers klein ist, hat man vielleicht Schwierigkeiten, ein Layout zu kreieren. Braucht man ein Grunge Overlay oder eine Maske, aber im aktuellen Kit ist nichts dergleichen, hat man Pech. Bei Teams, wo man aus dem Vollen schöpfen und auch auf alte Produkte zurückgreifen kann, hat man dieses Problem nicht.

Generell finde ich, Creative Teams sind ein zweischneidiges Schwert. Man sollte sich gut überlegen, ob einem 1. die Produkte des Designers überwiegend gefallen und man damit ohnehin scrappen würde und 2. die Anforderungen auf Dauer nicht zu viel werden könnten.

Was ist eure Meinung zu Creative Teams?

Sind Minikits die bessere Wahl?

Die Qual der WahlJeder Digital Scrapbooker liebt das Einkaufen, Entzippen, Begutachten und Sortieren von neuem Digi Material. Je mehr, desto besser, und je größer das Kit, umso mehr zu Bestaunen. Keiner weiß dies besser als ich. Aber je länger ich Material horte, umso öfters bemerke ich, daß ich a. jedes Kit höchstens einmal verwende. Die paar Mal, bei denen ich ein Kit zwei Mal verwendet habe, waren eher ein Versehen (ausgenommen Alben aus einem Guß). b. aus jedem Kit nur einen Bruchteil verwende. Der Rest? Bleibt unbenutzt liegen. Der Vorteil des Digiscrappens, der immer so groß herausgestellt wird – und es IST ein Vorteil, wenn man es genau nimmt, nur hat keiner was davon –, ist der, daß ein und dasselbe Material nie ausgeht und zigfach, hundertfach verwendet werden kann. Nur, wer macht das schon? Sicher, es gibt einige Basissachen, die ich immer wieder heraushole, aber der größte Teil meines Materials könnte – in Bezug auf Nutzungshäufigkeit – genau so gut aus Papier sein. Einmal verwendet, aufgebraucht! Da stellt sich mir die Frage, ob Minikits nicht eigentlich eine bessere Wahl sind, wenn es ums Digiscrappen geht. Ganz ehrlich, für ein Layout langen vier Papiere und eine kleine Handvoll Elemente. Der Rest ist nur Ballast. Früher waren Kits viel kleiner als heute, sechs Papiere und ein paar Elemente – fertig! Heute wollen die Leute das schon als Freebie oder add-on, ohne dafür zu zahlen. Aber wofür? Damit das Zeug auf der Festplatte vor sich hin vegetiert. Ich bin echt keiner, der sagt, daß früher alles besser war – ganz im Gegenteil –, aber die Materialgier von heute ergibt einfach keinen Sinn, denn das Zeug wird ja oft nicht ein einziges Mal gebraucht, und aufgebraucht schon gar nicht. Aus diesem Blickwinkel betrachtet sind die 52 Inspirations, über die ich vor ein paar Tagen berichtet habe, besonders interessant, denn eines dieser Kits reicht locker für ein Layout, und mehr macht ohnehin keiner damit. Gut, natürlich ist die Auswahl nicht so groß, wie bei einem Collab Kit mit 40 Papieren, aber wer keine Wahl hat, der quält sich auch nicht herum mit ewigem Überlegen, ob er jetzt dieses hellbeige Papier mit kleinen Pünktchen oder jenes hellbeige Papier mit kleinen Karos nehmen soll. Aufgrund dieser Unentschlossenheit und der zu großen Auswahl kriegen manche dann gar kein Layout in einer vernünftigen Zeit fertig. So viele Scrapbooker jammern, sie hätten zu wenig Zeit zum Scrappen; warum verschwenden sie dann also ihre Zeit mit Überlegungen, welches ihrer zigtausend Produkte sie verwenden sollen? Wenn ich dann auch noch Posts lese, die davon handeln, wie man mehr aus seinem Vorrat machen könnte (sog. “stretch your stash”), kann ich nur den Kopf schütteln. Wer braucht denn das? Keiner muß heute ein Element umfärben oder ein Papier selber mustern. Wenn ich ein grünes Alpha brauche, und in dem momentanen Kit keines vorhanden ist (Gott sei Dank packen nicht alle Designer fünf Alphas in jedes ihrer Kits, da würde ich durchdrehen), dann nehme ich halt eines der anderen zwanzig grünen, die ich schon habe. Stretch your stash, da lachen ja die Hühner! Dieses Konzept wäre nur dann interessant, wenn wir wieder frugal auf ein paar Kits auf unserer Festplatte zurückgreifen müssten wie vor zehn Jahren. Jedoch, diese Zeiten sind vorbei. Der Digiscrapper von heute scheint häufig eher Jäger und Sammler als Scrapbooker zu sein, deshalb sollten wir uns vor Augen halten:
Genug ist besser als zuviel
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